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Fragen und Antworten

SeReal = Sekundar- und Realschule / SuS = Schülerinnen und Schüler

Neue Fragen und Antworten vom 10.11.2020:

Was sagen die SuS zu diesem Thema?
Antwort von Schulleiter Adrian Hofer: Die aktuellen SuS sind 2023 nicht mehr in der Oberstufe. Heute werden oft Freifächer nicht belegt, da sie nicht am gewünschten Standort angeboten werden können. Bei einer Zusammenlegung der SeReal werden sämtliche Fächer an einem Standort angeboten, wodurch die Kinder nicht mehr mit dem Fahrrad von einem Standort zum andern wechseln müssen.

Wie wird das Schulgeld berechnet?
Die Berechnung des Schulgeldes erfolgt jährlich mittels eines kantonalen Tools. Die Parameter sind vom Kanton vorgegeben. Der Inhalt ist sehr komplex und beinhaltet unter anderem: Betriebskosten, Unterhaltskosten, Investitionen, Anzahl Klassen und SuS, welche Klasse wird in welchem Gebäude wie viele Lektionen unterrichtet, usw. Die Lehrerlöhne werden vom Kanton direkt nach Anzahl SuS aufgeteilt und den Wohngemeinden in Rechnung gestellt.

Wieso wird die Bevölkerung vor vollende Tatsachen gestellt? Wieso wurde nicht früher über dieses Thema abgestimmt?
Die Oberstufe der vier Gemeinden Bettwil, Fahrwangen, Meisterschwanden und Sarmenstorf ist in einem Gemeindeverband organisiert, dessen Kompetenzen in den Statuten definiert sind. Innerhalb dieses Verbandes erfolgte der Beschluss über die Führung der Oberstufe unter einem Dach in Fahrwangen. Anschliessend musste die Machbarkeit in Fahrwangen abgeklärt werden. Der Gemeinderat hat an den Gemeindeversammlungen jeweils über dieses Projekt informiert.

Wieso besteht kein Plan B?
Es ist unüblich und bringt grosse finanzielle Mehrkosten, bei einem so umfangreichen Vorhaben mehrere Varianten gleichzeitig auszuarbeiten. Die Führung der SeReal in Fahrwangen ist aus finanzieller und pädagogischer Sicht sehr sinnvoll. Falls dies nicht zustande kommt, muss innerhalb der Kreisschule (mit allen beteiligten Gemeinden) ein neuer Weg gesucht werden. Bis dahin bleibt der Kreisschulverband (KSOS) bestehen.

Wieso übernimmt Fahrwangen nicht die Klassen von Meisterschwanden und saniert die bestehenden Schulhäuser?
Nicht nur Meisterschwanden, auch Sarmenstorf benötigt dringend mehr Schulraum für die Primarschule. Unsere Kreisschule ist zu klein, damit ein sinnvoller (pädagogisch und organisatorisch) Betrieb an zwei Standorten möglich ist. Auch finanziell ist dies nicht attraktiv. Gemäss Unterhaltsplanung muss das Bezirksschulhaus in den nächsten Jahren für rund CHF 3.7 Mio. und das Varielschulhaus für CHF 1.4 Mio. saniert werden (Ein grosser Teil dieser Sanierungen würde mit dem vorgeschlagenen Bauprojekt erledigt.) Dazu kämen Investitionen in neue Fach- und Gruppenräume (Lehrplan 21), insgesamt also gegen CHF 6 Mio. Etwas vereinfacht gesagt hätte man mit der Hälfte der Investition - aber auch nur der Hälfte der Schulgelder - eine unbefriedigende Schulsituation, welche für Jahrzehnte zementiert und unattraktiv für Lehrpersonen wäre.

Ist es denn sinnvoll, wenn an der nächsten Gemeindeversammlung, d.h. vor der Referendumsabstimmung über den Vertrag abgestimmt wird?
Der Vertrag wird erst rechtskräftig, wenn der KSOS-Verband aufgehoben werden kann. Und der KSOS-Verband kann erst aufgehoben werden, wenn die für die Oberstufe (SeReal) nötigen Räumlichkeiten in Fahrwangen vorhanden sind. Somit besteht kein Problem, wenn über den Gemeindevertrag vor dem Planungs- und Baukredit abgestimmt wird.

Ist denn neben den baulichen Massnahmen an den Schulhäusern nicht auch noch der Bau einer Turnhalle nötig?
Nein. Im geplanten Vollbetrieb der SeReal sind die Turnhallen ein Nadelöhr. Es wird Einschränkungen geben, aber der Betrieb ist gemäss heutigem Kenntnisstand in den nächsten 10 Jahren mit den bestehenden Hallen möglich.

Wie sieht der Raumbedarf denn bei der Primarschule aus?
Die Primarschule wurde in die Planung einbezogen und erhält zusätzliche Räume. Die Zahlen der nächsten 10 Jahre wurden berechnet, wobei dies nicht so einfach ist. Wir können das vorhandene Bauland hochrechnen, wie viele Kinder dann aber zuziehen werden ist eine reine Schätzung. Es wurde mit 10 Klassen der Primarschule und 10 Klassen SeReal mit den entsprechenden Fach- und Gruppenräumen gerechnet.

Könnte die Gemeindeverwaltung ins Bezirksschulhaus ziehen?
Aufgrund der Zonenbestimmungen wäre das grundsätzlich möglich. Dafür müsste das Schulhaus saniert und die Einrichtungen entsprechend angepasst werden. Das kostet auch. Und was würde dann mit dem aktuellen Gemeindehaus passieren, welches auch in der öffentlichen Zone und unter Substanzschutz steht? Eine Umzonung wird als ganz schwierig angesehen und kostet auch.

Könnte im Bezirksschulhaus Wohnraum geschaffen werden?
Die Zonenbestimmung des Bezirksschulhauses (Zone für öffentliche Bauten) lässt weder eine Wohnnutzung noch eine gewerbliche Nutzung zu. Dazu müsste im Rahmen einer Zonenplan-Änderung einer Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung Fahrwangen zugestimmt werden. Eine Wohnnutzung innerhalb des Schulhausareals ist jedoch nicht ideal und das Bezirksschulhaus kann nicht einfach für Wohnungen genutzt werden (Abbruch?). Ausserdem ist eine Zustimmung für eine Umzonung durch die kantonale Behörde der Raumplanung nicht gewährleistet.

Wie sehen die Finanzen der Gemeinde Fahrwangen mit und ohne SeReal aus?

Zukünftige Ausgaben SeReal 2024
Nettoschuld und Bilanzüberschuss mit und ohne SeReal

Bisherige Fragen und Antworten:

Bezahlt die Gemeinde doppelt für die Investition und das Schulgeld?
Nein. Die Investition wird in der Investitionsrechnung verbucht und anschliessend über 35 Jahre abgeschrieben.

Kann sich Fahrwangen ein Schulhaus für CHF 10 Mio. leisten?
Die Investition an sich ist nicht das Problem. Die Rechnung wird durch die Abschreibung belastet. Nach Vorgabe des Kantons beträgt die Dauer dafür 35 Jahre. Bei CHF 10 Mio. sind dies CHF 286'000 jährlich. Mit dem Schulgeld, welches wir unseren Nachbargemeinden verrechnen können, sind davon rund 70 % (je nach Anzahl Schulkindern) gedeckt. Es bleiben also noch etwa CHF 86'000 pro Jahr, welche wir selber bezahlen müssen. Diesen Betrag können wir problemlos stemmen.
Zum Vergleich: Die Sanierung des Primarschulhauses hat rund CHF 7 Mio. gekosten. Die Abschreibungen/Amortisation von jährlich CHF 200’000 müssen wir komplett selber tragen. Trotzdem ist es uns gelungen die Verschuldung von CHF 4‘400 pro Kopf (Höchststand 2015) innert fünf Jahren auf unter CHF 3'000 (heute) zu senken.

Warum beteiligen sich die Nachbargemeinden nicht an den Kosten?
Die Nachbargemeinden beteiligen sich über das Schulgeld an der Investition und an den Schulkosten.

Was passiert, wenn eine Nachbargemeinde nach 10 Jahren aus dem Vertrag aussteigt?
Es wäre ihr gutes Recht und verhindern könnten wir dies nicht.
Dieses Szenario ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Eine SeReal muss zwingend mindestens 6 Klassen führen. Würde Meisterschwanden oder Sarmenstorf aussteigen, würde die Mindestanzahl Klassen nicht mehr erreicht. Eine Unterschreitung der Mindestanzahl Klassen benötigt eine Ausnahmebewilligung des Kantons. Allenfalls müsste die gesamte SeReal aufgelöst werden und die Kinder der restlichen Gemeinden müssten ebenfalls an einem anderen Ort in die Schule gehen (Villmergen, Seengen, Muri). Diese Schulen haben jedoch die Kapazität für so viele zusätzliche Schüler*innen gar nicht. Es müsste zuerst neuer Schulraum gebaut werden, was mindestens 5 Jahre Planungs- und Bauzeit in Anspruch nehmen würde. Und ob diese Gemeinden dies überhaupt tun wollten, steht nochmals auf einem ganz anderen Blatt.
Es kann natürlich sein, dass durch das Bevölkerungswachstum in 10 Jahren auch mit einer Gemeinde weniger die 6 Klassen erreicht werden. Dann fiel obige Begründung weg.
Doch warum sollte eine Gemeinde überhaupt aussteigen wollen? Einfach ein eigenes Schulhaus bauen und die eigenen Kinder selber beschulen, geht wegen der bereits erwähnten Mindestanzahl an Klassen nicht. Bleibt noch, die Kinder in eine andere Gemeinde zu schicken. Aber auch dort müssten sie Schulgeld bezahlen (tendenziell mehr als bei uns). Der Schulweg würde teilweise massiv länger und damit auch die Kosten für die Eltern (Weg, Mittagessen). Der einzige Grund, einen Wechsel überhaupt ins Auge zu fassen wäre, wenn die SeReal in Fahrwangen so schlecht wäre, dass man bereit wäre, all diese Nachteile auf sich zu nehmen.

Warum legt man die Vertrags-Mindestdauer nicht auf 20 oder 35 Jahre fest?
Im Mustervertrag des Kanton ist eine Vertragslaufzeit von 5 Jahren vorgesehen. Mit den umliegenden Gemeinden konnte eine Vertragsdauer von 10 Jahren ausgehandelt werden. Somit liegen wir über dem im Aargau üblichen Schnitt.

Warum bauen nicht die finanzstärkeren Gemeinden Sarmenstorf oder Meisterschwanden ein Schulhaus für die SeReal?
Fahrwangen ist zentral. Sämtliche umliegende Gemeinderäte haben sich für den Standort Fahrwangen ausgesprochen.

Warum hat man keinen Architektur-Wettbewerb ausgeschrieben?
Ein Architektur-Wettbewerb macht bei einem Neubau Sinn. Die Machbarkeitsstudie wurde in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Schule, Schulpflege und Gemeinderat zusammen mit Fachleuten erarbeitet. Anschliessend wurde die Machbarkeitsstudie weiterentwickelt, damit der Planungskredit erarbeitet werden konnte. Aus Kosten- und Zeitgründen wurde auf einen Architektur-Wettbewerb verzichtet.

Wurde der Auftrag an den Architekten bereits erteilt?
Der Auftrag für die Machbarkeitsstudie wurde an den uns bekannten Architekten Roland Auf der Maur erteilt, da wir mit ihm bei der Renovation des Primarschulhauses gute Erfahrungen gemacht haben. Er ist kompetent, hat grosse Erfahrungen mit Schulhausneu- und Umbauten, kennt die Situation in Fahrwangen und beachtet unsere finanzielle Situation sehr gut. Auch für die Phase des Planungskredits möchten wir auf ihn zählen. Für die Detailplanung und die Bauphase muss der Auftrag des Architekten jedoch zwingend öffentlich ausgeschrieben werden.

Warum will der Gemeinderat die SeReal unbedingt in Fahrwangen?
Mit dem Wegzug der Bezirksschule stehen viele Schulräume leer. Diese sollen mit den Sekundar- und Realschulklassen wieder gefüllt werden. Langfristig ist eine SeReal in Fahrwangen trotz hoher Investitionen finanziell viel interessanter als die externe Beschulung der Kinder.

Warum braucht man so viel mehr Zimmer? Es sind ja nur drei zusätzliche Klassen. Ginge dies nicht auch viel schlanker?
Die SeReal hat andere Raumbedürfnisse als die Bezirksschule. Auch im Zusammenhang mit dem Lehrplan 21 werden andere und teilweise neue Fachzimmer benötigt. Mit der geplanten Schulhauserweiterung wäre die Schule wieder auf dem aktuellen Stand und die Vorgaben des Kantons würden eingehalten.

Warum kann man die SeReal nicht einfach in Meisterschwanden und Sarmenstorf belassen?
Aus pädagogischen und organisatorischen Gründen hat der KSOS-Vorstand im 2015 die Zusammenführung unter ein Dach beschlossen. Der Schulraumbedarf für die Primarschule in diesen zwei Gemeinden ist schon seit Jahren sehr gross. Können sie die SeReal nicht auslagern, müsste an beiden Orten zusätzlicher Schulraum gebaut werden. Mittelfristig ist eine Lösung unter einem Dach notwendig. Dass wir nicht bereits alles unter einem Dach hatten, war ein wichtiger Grund, warum wir die Bezirksschule verloren haben. Sollte es eines Tages bei der SeReal ebenfalls zu Standortreduktionen kommen, wollen wir gerüstet sein.

Warum kann man nicht nur 6 Klassen der SeReal nach Fahrwangen nehmen und die restlichen Klassen in Meisterschwanden und/oder in Sarmenstorf lassen?
Siehe Antwort zur vorherigen Frage.

Warum baut man nicht ein ganz neues Schulhaus, z.B. hinter der Turnhalle?
Ein Neubau kommt gemäss Machbarkeitsstudie viel teurer zu stehen als die vorgesehene Aufstockung und Erweiterungsbau (geschätzte Kosten von CHF 14.36 Mio. ohne Turnhalle, CHF 19.64 Mio. mit Doppelsporthalle). Mit der vorgeschlagenen Aufstockung und Erweiterungsbau können sämtliche Schulräume an einem Standort zentralisiert werden, was die Schulorganisation vereinfacht.

 

Sie haben die Möglichkeit, der Gemeinde weitere Fragen zu stellen an gemeindekanzlei@fahrwangen.ch.

 

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