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Faktencheck

SeReal = Sekundar- und Realschule / SuS = Schülerinnen und Schüler

Behauptungen des Referendumskomitees:

Die Verschuldung von Fahrwangen wird mit dem geplanten Bau zu hoch.
Gemäss Richtlinien des Kantons sollte die Verschuldung pro Kopf nicht über CHF 2’500 liegen. Mit den Investitionen für den SeReal-Standort würde die Pro-Kopf-Verschuldung vorübergehend auf CHF 7'000 steigen. In der Tat liegt damit die Verschuldung deutlich über dem vorgegebenen Wert.
Die Verschuldung ist jedoch nur eine von verschiedenen Kennzahlen, nach welchen der Kanton die finanzielle Situation einer Gemeinde einschätzt. Gemäss letztem Bericht der Gemeindeabteilung des Kantons Aargau wird die Gemeinde Fahrwangen als im Mittelfeld im interkommunalen Vergleich beurteilt.
Gerade die Verschuldung ist ein Wert, bei dem die Gemeinden Spielraum haben. Sehr grosse Investitionen kommen in der Regel nicht gehäuft vor. Trotzdem sind sie notwendig. Kann die Verschuldung also auf so eine Investition zurückgeführt werden, interveniert der Kanton auch bei einer deutlichen Überschreitung nicht, falls die anderen Kennzahlen im Rahmen sind und die Schuld nach und nach wieder abbezahlt werden kann.

korrekt

eher korrekt

eher falsch

falsch

 

Die Verschuldung von Fahrwangen mit dem geplanten Bau ist nicht tragbar.
Der Finanzplan zeigt deutlich auf, dass sich Fahrwangen diese Investition mit einem Steuerfuss von 118 % leisten kann. Im Finanzplan sind auch alle anderen geplanten Investitionen (Strassen, Liegenschaften, Wasser, Abwasser, Abfall, Fernheizung, etc.) erfasst. Dieser Finanzplan wurde in den vergangenen Jahren von drei verschiedenen Finanzverwaltern berechnet und jeweils durch den Gemeinderat und die Finanzkommission überprüft. Natürlich gab es durch die Aktualisierungen jeweils gewisse Veränderungen, die Kernaussage war und ist jedoch immer dieselbe: Die Tragbarkeit ist kein Problem.

korrekt

eher korrekt

eher falsch

   falsch

 

Die Verschuldung von Fahrwangen ist mit dem geplanten Bau ein zu grosses Risiko.
Das Komitee spielt damit auf die Mindestvertragsdauer von 10 Jahren mit den anderen Gemeinden an. Es besteht die Angst, dass die anderen Gemeinden danach aus dem Vertrag aussteigen könnten.
Dazu ist zu sagen, dass dies nicht ganz so einfach möglich wäre. Ein Oberstufenstandort muss mindestens 6 Klassen führen (Vorgabe Kanton). Würde die Gemeinde Meisterschwanden oder die Gemeinde Sarmenstorf aussteigen, würde die Mindestanzahl Klassen nicht mehr erreicht. Eine Unterschreitung der Mindestanzahl Klassen benötigt eine Ausnahmebewilligung des Kantons. Allenfalls müsste die gesamte SeReal aufgelöst werden und die Kinder der restlichen Gemeinden müssten ebenfalls an einem anderen Ort in die Schule gehen (Villmergen, Seengen, Muri, etc.). Diese Schulen haben jedoch die Kapazität für so viele zusätzliche SuS gar nicht. Es müsste zuerst neuer Schulraum gebaut werden, was mindestens 5 Jahre Planungs- und Bauzeit in Anspruch nehmen würde. Und ob diese Gemeinden dies überhaupt tun wollten, steht nochmals auf einem ganz anderen Blatt.
Es kann natürlich sein, dass durch das Bevölkerungswachstum in 10 Jahren auch mit einer Gemeinde weniger die 6 Klassen erreicht werden. Dann fiel obige Begründung weg. Doch warum sollte eine Gemeinde überhaupt aussteigen wollen? Einfach ein eigenes Schulhaus bauen und die eigenen Kinder selber beschulen, geht wegen der bereits erwähnten Mindestanzahl an Klassen nicht. Bleibt noch, die Kinder in eine andere Gemeinde zu schicken. Aber auch dort müssten sie Schulgeld bezahlen (tendenziell mehr als bei uns). Der Schulweg würde teilweise massiv länger und damit auch die Kosten für die Eltern (Weg, Mittagessen). Der einzige Grund, einen Wechsel überhaupt ins Auge zu fassen wäre, wenn die SeReal in Fahrwangen so schlecht wäre, dass man bereit wäre, all diese Nachteile auf sich zu nehmen.
Selbst wenn eine Gemeinde austeigen würde, wäre die Investition immer noch tragbar. Statt ca. einem Drittel, müssten wir dann ca. die Hälfte selber stemmen. Aber auch dieser Betrag wäre immer noch tragbar und beläuft sich auf einen Bruchteil dessen, was uns die externe Beschulung kosten würde.
Das Risiko einer Überschuldung durch den Bau ist sehr gering.

korrekt

eher korrekt

eher falsch

falsch

 

Forderungen des Referendumskomitees:

Die Nachbargemeinden sollen sich an den Investitionen beteiligen.
Es ist sehr unüblich, dass sich Nachbargemeinden an Investitionen von Bauten beteiligen. Es kommt vor, dass sich Gemeinden zu einem Verband zusammenschliessen und die Investitionen dann über den Verband laufen. Aktuell haben wir für die KSOS eine Verbandslösung. Da zukünftig nur noch ein Standort geplant ist, macht ein Verband keinen Sinn mehr. Diese Lösung wurde besprochen und die Gemeinderäte unserer Nachbarsgemeinden haben sich klar gegen einen Verband ausgesprochen (in Meisterschwanden ist das Volk an der kürzlich abgehaltenen Gemeindeversammlung diesem Votum gefolgt, in Sarmenstorf und Bettwil steht die Gemeindeversammlung noch aus). Auch eine Investitionsbeteiligung wird abgelehnt. Als Zeichen von Misstrauen sollte dies nicht gewertet werden. Oder würde Fahrwangen im umgekehrten Fall so einer Lösung zustimmen?
Zur Präzisierung sei gesagt, dass sich die umliegenden Gemeinden sehr wohl finanziell beteiligen: nämlich über das Schulgeld!

realistisch

eher realistisch

eher unrealistisch

unrealistisch

 

Der Gemeindevertrag soll eine Mindestvertragsdauer von 20 bis 35 Jahren haben (statt 10 Jahre).
Der Mustervertrag des Kantons sieht eine Mindestlaufdauer von 5 Jahren vor. Wir haben sie auf 10 Jahre verdoppelt, was von den anderen KSOS-Gemeinden ohne Weiteres akzeptiert wurde. Es ist jedoch weltfremd zu glauben, dass eine Verlängerung auf 20 bis 35 Jahre akzeptiert würde. Solch langen Vertragsdauern gibt es höchstens bei Infrastrukturprojekten (z.B. Strom, Wasser). Keine Gemeinde – Fahrwangen eingeschlossen – würde einem solchen Knebelvertrag zustimmen.

realistisch

eher realistisch

eher unrealistisch

unrealistisch

 

Die Räume des Bezirksschulhauses sollen nur sanft renoviert werden und es soll nur ein Teil der Oberstufe übernommen werden. So könnten bestehende Ressourcen genutzt und die Kosten massiv gesenkt werden.
Der KSOS-Vorstand hat den Entscheid getroffen, die SeReal nur noch an einem Standort zu führen. Dies aus pädagogischen, organisatorischen und finanziellen Gründen (siehe detailliertere Begründung unter «Fragen und Antworten»). Gemäss den Verbandsstatuten hat er die Kompetenz für diesen Entscheid.
Auch mit nur der Hälfte der Schüler müsste viel mehr gemacht werden, als nur eine sanfte Renovation. Erstens entsprechen die Räumlichkeiten nicht mehr den heutigen Anforderungen. Zweitens benötigt die SeReal eine andere Schulraumstruktur als die Bez. Drittens gibt es mit dem Lehrplan 21 auch bezüglich Schulraum massgebliche Neuerungen. Es gibt bestimmte Räume, welche unabhängig von der Anzahl SuS erstellt werden müssen: Z.B. Werkräume (Metall, Holz) oder ein Zimmer für Naturwissenschaften. Die Investitionen würden insgesamt wohl etwas tiefer ausfallen, Kosten würden damit jedoch nicht gesenkt, im Gegenteil. Pro SuS würden sich die Investitionskosten erhöhen.
Zudem wären die Einnahmen durch das Schulgeld massiv tiefer. Mit zwei Standorten hätten wir nur noch ca. 30 % der auswärtigen Kinder. Die Investitionen würden sich höchstens (!) halbieren, die Einnahmen wären jedoch um ca. 70 % tiefer.

realistisch

eher realistisch

eher unrealistisch

unrealistisch

 

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