Meitli-Donnerstag
Der Tag des Männerfangs. Mit wirbelnden Trommelklängen ziehen die Tambourinnen am frühen Abend des Meitli-Donnerstages durch die Strassen von Meisterschwanden und Fahrwangen und verkünden den Beginn der "Weiberherrschaft". Die rassigen Trommelwirbel rufen die Frauen und Meitli zur Generalversammlung.
In altmodische Roben gekleidet, den Kopf mit einem eleganten Hütchen geschmückt, finden sich über 80 Frauen und Meitli zur Generalversammlung ein. Eine besondere Stimmung breitet sich aus, das Meitli-Sonntags-Fieber ist ausgebrochen. Nach Abwicklung der Geschäfte schwärmen die Frauen, in Gruppen aufgeteilt, bewaffnet mit den berüchtigten Männerfanggeräten (Grasbogen), in die einzelnen Gaststätten aus. Als Zeichen der "Machtübernahme" durch die Frauen wird den dort anwesenden Herren ein Gläschen Wein offeriert.
Die anschliessende Aufforderung zum Tanz geschieht nur durch die Frauen. Schnell steigt die Spannung und es wird gerätselt, wen es wohl dieses Mal "erwischen" würde. Schliesslich ist es für die Männer eine besondere Ehre, zu den Auserkorenen zu gehören, die im Grasbogen gefangen werden.
Der Auserwählte wird während des Tanzes mit einer speziellen Meitli-Sonntags-Plakette ausgezeichnet und schwups liegt der so Geehrte im Netz. Für die Frauen heisst es nun, tüchtig anzupacken und ihren "Fang" ins nächste Restaurant zu tragen, wo sich der Gefangene mit einem Umtrunk loskaufen kann, was für ihn natürlich eine Selbstverständlichkeit ist.
Meitli-Sonntag
Am Meitli-Sonntag-Abend wird wiederum zum Tanz in allen mitwirkenden Restaurants geladen.
Die Frauen können sich mit schönen Kostümen maskieren oder sie greifen ein aktuelles Thema aus dem Welt- oder Dorfgeschehen auf oder die Frauen erscheinen in nostalgischer Robe.
In Gruppen aufgeteilt zirkulieren die Frauen und Meitli von Restaurant zu Restaurant und sorgen für eine gute, unterhaltsame Stimmung. Man darf jeweils gespannt sein, wie viel Originelles und Phantasievolles ausgeheckt und geboten wird.
Um Mitternacht findet die Zeremonie mit der Eierzopfverteilung und anschliessender Polonaise statt. Mit dem Verteilen des Eierringes wird die Regentschaft wieder an die Männer zurückgegeben. Aber damit ist die fröhliche Meitlizyt noch lange nicht zu Ende. Aus Erfahrung weiss man, dass die gute Stimmung noch lange anhält und oft bis in die frühen Morgenstunden getanzt, gelacht und geplaudert wird.
Alle drei Jahre krönt ein Umzug die dreitägige Zeit der "Weiberherrschaft". Farbenprächtig zieht er durch die Strassen von Fahrwangen nach Meisterschwanden.
Das Umzugsmotto legen die beiden Vereinigungsvorstände fest. In unzähligen Arbeitsstunden entstehen zehn Sujets (Wagen mit Fussvolk). Die Wagenchefinnen und ihre Helferinnen kreieren und nähen, kleben und basteln, zimmern und malen bis Wagen und Kostüme in kleine Kunstwerke gipfeln.
Die Spitze des Umzugs ist nach alter Überlieferung gegeben: Tambourinnenkorps, Herolde zu Pferd, Fahnen und Fahnenwachen, Trachtengruppe mit Eierzopf, sowie natürlich die Villmergerkrieg-Gruppe mit ihrer Kanone. Traditionsgemäss präsentiert auch eine Frauengruppe während Zuges den schönen Meitli-Donnerstags-Brauch. Männer sind am Umzug nur als Fuhrleute und Musikanten zugelassen.
Im Umzugsjahr 2005 präsentierten über 400 mitwirkende Frauen und Meitli unter dem Motto "Schalt ii – lueg zrogg" bekannte und beliebte Fernsehsendungen aus früherer Zeit.
Meitli-Montag
Schon bei der Jugend wird das Interesse an der Erhaltung des alten Brauches geweckt: Der Kindertanz am Montagnachmittag ist bereits Tradition. Ob Prinzessin, Gartenzwerg, Marienkäfer oder Clown – die muntere Kinderschar geniesst die Feststimmung in der Mehrzweckhalle. Als Pendant zum Kindertanz wird für die Jugendlichen der Oberstufe eine Disco angeboten.
Wichtige Requisiten der Meitlizyt
![]() |
![]() |
Eierzopf: Der runde Riesenzopf symbolisiert die historisch begründete Treue und Freundschaft der wehrhaften Frauen zu ihren Männern. Wird er verteilt, neigt sich die Meitlizyt dem Ende zu.
Grasbogen: Der aus Hanfseilen geknüpfte Bogen wird zum Männerfang eingesetzt. Es braucht ca. 10 Frauen um das Netz des Bogens richtig zu spannen. Die Männer werden unter lauten Rufen einige Male in die Luft gewirbelt und sicher wieder aufgefangen.
![]() |
![]() |
Fahne und Tambourinnenkorps: Im Jahre 1936 wurde von den Meitli-Sonntags-Vereinigungen von Meisterschwanden und Fahrwangen je eine Fahne angeschafft. Sie wurde am gemeinsamen Umzug im Januar 1937 zum ersten Mal durch die Dörfer getragen. Hinter einer Fahne muss stramm marschiert werden können, daher erklärten sich einige Mädchen spontan bereit, sich als Trommlerinnen ausbilden zu lassen. Heute gilt das Tambourinnenkorps als besondere Attraktion.








